PRESSEMITTEILUNG des Landkreises Sigmaringen zum Coronavirus

09.04.2020

Pressemitteilung vom 08.04.2020 - Nr. 92/2020
Bleibt zuhause, auch über Ostern“ – Kirchen, Ärzte, Hilfsorganisation und Behörden im Landkreis Sigmaringen starten gemeinsamen Aufruf

56 Gesichter zeigen es – im Kreis Sigmaringen wird mit vereinten Kräften gegen das Coronavirus gekämpft. Vertreter der Kirchen, der Kliniken, der niedergelassenen Ärzte, der Hilfsorganisationen, der Polizei, der Bundeswehr, sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zeigen gemeinsam mit Landrätin Bürkle im wahrsten Sinne des Wortes Gesicht in einer gemeinsamen Kampagne.
In den Tageszeitungen im Kreis und auf den Homepages und Social Media Auftritten der Institutionen wurde die Kampagne am Donnerstag in einer konzentrierten Aktion unter die Menschen gebracht. Auf dem Motiv sind alle Gesichter der Beteiligten zu sehen.
„Wir wollen zeigen: Ärzte, Pflegekräfte, Hilfsorganisationen und Behörden arbeiten gemeinsam daran, den Menschen, die an Corona teilweise schwer erkrankt sind, zu helfen“, sagt Landrätin Stefanie Bürkle. „Doch wir können nur erfolgreich sein, wenn jeder einzelne weiterhin konsequent körperliche Kontakte meidet und zu Hause bleibt.“ Nur dadurch könne man die Ausbreitung des Virus reduzieren. „Sie können durch Ihr zuhause bleiben mithelfen, Menschenleben zu retten.“

Um die Menschen vor Ostern nochmals auf zu rütteln, dass auch Feiern im Familienkreis die Gefahr bergen, den Virus weiter zu verbreiten, haben sich alle im Kreis Sigmaringen zusammen getan. „Wir alle bitten Sie: Bleiben Sie zu Hause und verzichten Sie, auch wenn es schwer fällt, auf den Osterbesuch bei der Familie. Wir alle arbeiten über die Feiertage weiter, bitte unterstützen Sie uns und bleiben Sie zu Hause“ sagt Landrätin Stefanie Bürkle stellvertretend für alle Beteiligten.

Pressemitteilung vom 28.03.2020 - Nr. 082/2020
Mediziner im Kreis Sigmaringen rüsten sich für mehr Corona-Patienten


Kassenärztliche Vereinigung baut Fieberambulanz auf und richtet Praxen mit Corona-Schwerpunkt ein
Landkreis veröffentlicht ab Montag auf Homepage Corona-Betroffenheit  der Gemeinden

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und das Landratsamt bereiten sich mit Hochdruck auf steigende Patientenzahlen in Folge des sich immer weiter verbreitenden Corona Virus vor. Welche Planungen aktuell laufen und was sich in den letzten Tagen getan hat, stellten Landrätin Stefanie Bürkle und Dr. Stefanie Ullrich-Colaiacomo, Leiterin der Notfallpraxis Sigmaringen in einer Pressemitteilung vor.

Auch über das Wochenende ist die Zahl der bestätigten Infizierten weiter rapide angestiegen. Waren es am Freitag noch 262, zählt das Gesundheitsamt am Samstag bereits 302. „Die Zahlen zeigen, dass die harten Einschnitte, die wir alle im Moment hinnehmen müssen, absolut notwendig sind“, stellt Landrätin Stefanie Bürkle fest. Da mittlerweile in fast allen Gemeinden mehrere Personen infiziert sind und so keine Rückschlüsse mehr auf einzelne Betroffene möglich sind, hat sich der Kreis entschlossen, ab Montag auf seiner Homepage darzustellen, welche Gemeinden im Kreis wie stark vom Corona Virus betroffen sind. Schon jetzt lässt sich sagen, dass der Heuberg und das Laucherttal den Schwerpunkt bilden.

Dr. Ullrich-Colaiacomo berichtet, dass die Praxen der niedergelassenen Ärzte aktuell noch gut alle Bürgerinnen und Bürger untersuchen und beraten können. „Aber es werden jeden Tag mehr“, so die Medizinerin, die selbst eine Praxis in Sigmaringen betreibt. Um die Praxen dann zu entlasten, wird die KV nun eine sogenannte Fieberambulanz in Sigmaringen auf dem Areal der ehemaligen Graf Stauffenberg Kaserne ITZ eingerichtet. Ärzte werden dort gezielt Bürger auf Covid-19-Symptome untersuchen. „Bei den Untersuchungen ist Fieber als Symptom von hoher Bedeutung, weitere Symptome sind Husten, Gliederschmerzen, Halsschmerzen und eventuell Durchfall“, erläutert die Ärztin.

Stellt der Arzt fest, dass eine stationäre Behandlung im Krankenhaus sinnvoll erscheint, wird der Patient in die SRH-Klinik nach Sigmaringen gebracht und dort weiter untersucht. Ist dies nicht zwingend sofort notwendig, schlägt der Arzt bis auf weiteres dem Gesundheitsamt einen Test in der Corona-Teststelle in Hohentengen vor. Vom Gesundheitsamt wird der Bürger dann informiert, ob und wann er sich testen lassen kann. Die Fieberambulanz soll die Hausarztpraxen entlasten und gewährleisten, dass sich jeder rasch nach telefonischer Anmeldung durch den Hausarzt untersuchen lassen kann, falls der Hausarzt dies aufgrund mangelnder Schutzkleidung nicht selber leisten kann.

Die Fieberambulanz wird aktuell eingerichtet und soll voraussichtlich am kommenden Freitag in Betrieb gehen. „Der Landkreis unterstützt bei der Organisation und der Einrichtung der Liegenschaft“, wie Landrätin Stefanie Bürkle erläutert. Die Kassenärztliche Vereinigung stellt das Personal. Fünf Ärzte, die bislang nicht in Praxen tätig waren oder aus dem Ruhestand zurück kehren werden dort arbeiten. Weitere Anlaufstellen niedergelassener Ärzte für die Bürger, die glauben, sich mit Coronaviren angesteckt zu haben, sind auch die nun eingerichteten Corona-Schwerpunkt-Praxen, welche auf Zuweisung von Hausärzten spezielle Infektsprechstunden anbieten. Es sind bis jetzt eine Praxis in Ostrach und eine in Bad Saulgau geplant.

Um darüber hinaus auch für weiter steigende Coronaerkrankungen gerüstet zu sein, hat das Landratsamt am Wochenende 188 Betten in der Kreissporthalle in Sigmaringen aufgestellt. „Ob wir diese einmal brauchen, wissen wir heute noch nicht – wir alle hoffen, dass sie auch in Zukunft leer bleiben. Aber: wir wollen Vorsorge für alle Eventualitäten treffen. Daher nutzen wir die Zeit jetzt, um uns so gut wie nur irgend möglich vorzubereiten.“ so Landrätin Stefanie Bürkle. Zuletzt hatten auch der Bodenseekreis oder der Zollernalbkreis Notbetten in Hallen geschaffen.

Pressemitteilung vom 25.03.2020 - Nr. 079/2020
Landkreis ruft Firmen auf Schutzausrüstung anzubieten
Landrätin Stefanie Bürkle wendet sich mit einem Appell an alle Firmen: „Das Krankenhaus, die Ärzteschaft und die Rettungsdienste geben aktuell alles im Kampf gegen Corona. Doch ohne die notwendige Schutzausrüstung ist an vielen Stellen die Arbeit nicht mehr möglich.
Da Schutzausrüstung am Markt kaum mehr zu bekommen ist, rufe ich alle Firmen, die Schutzausrüstung vorhalten oder produzieren auf, sich bei uns zu melden.“

Der Landkreis hat in den letzten Tagen bereits über 30 Firmen abtelefoniert und so rund 150 Schutzmasken in FFP-2 erhalten. „Darüber sind wir sehr dankbar“, so Bürkle. Auch weiterhin wird der Kreis Firmen anrufen.

Das Landratsamt bittet nun aber auch alle Firmen, die FFP-2- oder FFP-3-Schutzmasken und –Anzüge (DIN EN 14126) sowie Mund- und Nasenschutz vorrätig haben, diese dem Landkreis aktiv anzubieten. Das Landratsamt unterstützt damit das Krankenhaus, die Ärzteschaft und die Rettungsdienste.

Firmen, die Ausrüstung anbieten können, können sich telefonisch unter 07571/102-5114 oder per Mail unter schutzausruestung@lrasig.de melden.

Im Landkreis Sigmaringen sind zum Stand 25. März 163 Personen positiv auf das Corona Virus getestet worden. 13 Personen sind wieder genesen.

Pressemitteilung vom 24.03.2020 - Nr. 076/2020
Landkreis weitet Beratungsangebot aus: Alle ordnungsrechtlichen Fragen werden über post.coronaverordnung@lrasig.de beantwortet.

Die von der Landesregierung erlassene Corona-Verordnung legt nun Verhaltensregeln fest, löst in der praktischen Umsetzung aber auch Fragen aus. Jeder Einzelne ist bestrebt gute Lösungen zu finden, um unter Einhaltung der Verordnung seine Einrichtung, Betrieb oder Dienstleistung weiterzuführen. Bei der Suche nach Lösungen steht von nun an der Fachbereich Recht und Ordnung des Landratsamtes in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Sigmaringen mit Rat zur Verfügung.

Ratsuchende können sich via Mail unter post.coronaverordnung@lrasig.de an das zentrale Postfach wenden. Von dort aus werden die Anfragen an den passenden Ansprechpartner weitergeleitet, welcher dem Fragestellenden dann mit Rat oder weiterführenden Informationen gerne zur Verfügung steht.

Landrätin Stefanie Bürkle beschreibt diesen neuen Service so: „So vielfältig die Auswirkungen der Corona-Pandemie in unserer Gesellschaft nun sind, so vielfältig sind die uns erreichenden Fragen. Das zentrale Postfach kommt dabei einem Lotsen gleich, der die Fragen an die richtige Stelle in unserem Haus weiterleitet. Sollten wir auf eine Frage im Haus keine Antwort finden, so versuchen wir den richtigen Ansprechpartner zu vermitteln.“

Neben dem Callcenter des Gesundheitsamtes, welches sich speziell um die gesundheitlichen Fragen wie der Ansteckung und dem Kontaktpersonenmanagement kümmert, wird das zentrale Postfach alle ordnungsrechtlichen Fragen abdecken. Dies sind vor allem Fragen zum jetzt erlassenden Kontaktverbot, zur Schließung von Einrichtungen, zu zulässigen und nicht zulässigen Dienstleistungen und Handelsbetrieben sowie zu noch möglichen Zusammenkünften.

Für Gewerbetreibende stehen alle relevanten Informationen unter www.wirtschaftsradar.net gebündelt zur Verfügung.

Für existenzielle Fragen und finanzielle Hilfen hat auch das Wirtschaftsministerium eine Corona-Hotline eingerichtet. Diese ist unter 0800 40 200 88 von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr gebührenfrei zu erreichen und mit Experten zu vielen Wirtschaftsthemen besetzt.

Weiterhin ist das Callcenter des Gesundheitsamtes für alle gesundheitlichen Fragen täglich von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr unter 07571 102-6466 zur erreichen.

Das Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg ist von Montag bis Sonntag zwi-schen 9 und 18 Uhr unter der Nummer 0711 904-39555 erreichbar.

Die Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr unter der Nummer 030  346 465 100 zu erreichen.

Im Landkreis Sigmaringen gibt es zum 24. März 128 Covid-19-Erkrankte. 3 Personen sind wieder genesen. 

Pressemitteilung vom 23.03.2020 - Nr. 074/2020
Landkreis und SRH Kliniken sind auf die weitere Ausbreitung des Coronavirus gut vorbereitet

Im Landkreis Sigmaringen sind zum 23. März 104 Personen positiv auf das Corona Virus getestet worden. 3 Personen sind mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen, das heißt, sie zeigen nach ihrer Ansteckung keine Symptome mehr. Die Zahl der positiv getesteten Personen ist allenfalls nur noch ein Indikator für die Ausbreitung des Virus im Kreis Sigmaringen. In den Laboren gibt es mittlerweile Wartezeiten von zwei oder mehr Tagen, aktuell sind noch 250 Testergebnisse ausstehend.

Aus diesem Grund müssen die Kriterien, wer getestet werden kann, weiter verschärft werden. Es müssen ein enger Kontakt zu einem bestätigten COVID-19 Fall und eine deutliche typische Symptomatik vorliegen. Berücksichtigt wird auch eine berufliche Tätigkeit im medizinischen oder pflegerischen Kernbereich oder im Bereich der kritischen Infrastruktur. Sollte ein Arzt einen Test empfehlen, das Gesundheitsamt ihn aber wegen mangelnder Kapazitäten anders priorisieren müssen, erhält der Arzt unverzüglich eine Rückmeldung.

Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass die Zahl der Virusträger möglicherweise höher ist als die der 104 Personen, bei denen es nachgewiesen werden kann. Wir ermitteln aber nach wie vor in jedem Fall sorgfältig und prüfen alle Kontaktpersonen. Mittlerweile können wir aber nicht mehr alle Infektionsketten nachvollziehen. Wir müssen also davon ausgehen, dass das Virus nun auch Personen in sich tragen, die nicht in Risikogebieten waren. „Daher appelliere ich nochmals an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger im Kreis, sich an die vorgeschriebenen Maßnahmen wie die Ausgangsbeschränkungen und die Hygieneempfehlungen zu halten. Das Virus ist nun allgegenwärtig“, so Landrätin Stefanie Bürkle.

Kliniken schaffen zusätzliche Kapazitäten für Covid-19 Patienten

Die SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen haben eine Reihe von Maßnahmen festgelegt, um auch bei einer weiter dynamischen Ausbreitung des Coronavirus die Patientenversorgung sicherzustellen.

Seit Anfang letzter Woche wurden alle plan- und verschiebbaren Aufnahmen sowie stationäre und ambulante Operationen an allen drei SRH Krankenhäusern im Landkreis Sigmaringen bis auf weiteres ausgesetzt. Am Standort Sigmaringen wurde eine zentrale Corona-Station eingerichtet, in der bis zu 22 infizierte Patienten behandelt werden können. Eine Ausweitung ist bis auf 42 Betten möglich. Zusätzlich wird aktuell eine spezielle Erstaufnahme-Station mit 11 Betten für Virusverdacht-Patienten eingerichtet. Mit Stand heute haben wir am SRH Krankenhaus Sigmaringen darüber hinaus 14 Intensivbetten und 10 Beatmungsplätze. Aktuell wird für die Intensivüberwachung, prophylaktisch eine weitere Station aufgebaut.

Die fachgerechte und qualitativ hochwertige Versorgung durch Ärzte und intensivmedizinisch geschultes Personal ist gewährleistet. Um die erforderlichen Personalressourcen für diese herausfordernde Situation sicher zu stellen, wurde in Bad Saulgau eine Station geschlossen und in Pfullendorf die Kapazität für den Regelbetrieb reduziert. Das Personal wird am Standort Sigmaringen eingesetzt. Um die Kapazität in der Intensivpflege erhöhen zu können, falls es die Entwicklung der Coronavirus-Ausbreitung fordert, wird derzeit weiteres Pflegepersonal geschult.

Patienten mit Verdacht auf Corona-Infektion und infizierte Patienten werden ausschließlich im SRH Krankenhaus Sigmaringen behandelt. In den SRH Krankenhäusern in Pfullendorf und Bad Saulgau werden jetzt ausschließlich Patienten ohne Corona-Infektion und ohne Corona-Verdacht behandelt, um den Standort Sigmaringen bei der Patientenversorgung zu entlasten. Dies ist ein aktueller Status, der je nach Entwicklung der Ausbreitung und Infektionsrate im Landkreis gegebenenfalls erneut angepasst werden muss.

Strukturierte Vorgehensweise mit Maßnahmenbündelung
„Innerhalb einer Woche haben wir durch eine strukturierte Herangehensweise ein konzentriertes Maßnahmenpaket und mit Hilfe unserer sehr engagierten Mitarbeiter die Grundlagen für eine gute Patientenversorgung in dieser besonderen Situation etablieren können“, erklärt Professor Dr. Georg von Boyen, Ärztlicher Direktor der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen. „Wir haben ein spezielles Corona-Kernteam zusammengestellt, das sich mindestens einmal täglich abstimmt, um zeitnah und effektiv die jeweilige Tagessituation zu analysieren und entsprechende Maßnahmen festzulegen.“

In diesem Team werden bspw. auch Möglichkeiten geprüft, um die bestehenden Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten ggf. weiter ausbauen zu können, falls der Coronavirus sich weiterhin so stark ausbreitet.

Gibt es Materialengpässe?
In vielen Kliniken ist derzeit durch die dynamische Ausbreitung des Coronavirus  die rechtzeitige Materialbeschaffung ein großes Thema. „Wir haben in allen Beschaffungsfragen die Unterstützung des SRH Konzerns, das macht es uns an manchen Stellen etwas leichter. So hat uns bspw. die Schwesternklinik, das SRH Waldkrankenhaus Gera, schnell und unbürokratisch drei Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt, sodass wir unsere Kapazität kurzfristig erhöhen konnten“, erklärt Christine Neu, Interimsgeschäftsführerin der SRH Kliniken Landkreis Sigma-ringen. „Zudem profitieren wir von der Situation, eine eigene Apotheke am Standort Sigmaringen zu haben. Sie produziert vor Ort Desinfektionsmittel, mit denen wir den eigenen Bedarf ergänzen können.“

Besucherstopp in den  SRH Krankenhäusern
Um die Weiterverbreitung des Coronavirus und das Infektionsrisiko für Patienten zu minimieren, besteht an allen drei Standorten (Sigmaringen, Bad Saulgau, Pfullendorf) seit letzter Woche ein Besuchsverbot. Ausgenommen davon sind lediglich Angehörige, die einen im Sterben liegenden Patienten besuchen wollen, eine Begleitperson, welche eine Schwangere bei der Geburt begleiten möchte und die Begleitperson eines minderjährigen Kindes.

Zentrale Sichtung für ambulante und stationäre Patienten
Am SRH Krankenhaus Sigmaringen befindet sich der Zugang für fußläufige ambulante und stationäre Patienten ab sofort rechts vom Haupteingang. Dies gilt auch für Patienten, die in die Zentrale Notaufnahme (ZNA) möchten. Die Wegeführung ist ausgeschildert. Mit dieser Maßnahme können wir sicherstellen, dass die erste Patientensichtung durch Ärzte alle Schutzmaßnahmen erfüllt, die vom Robert-Koch-Institut empfohlen sind.

Kooperation mit Waldburg-Zeil-Kliniken
Mit dem privaten Klinikenverbund Waldburg-Zeil-Kliniken konnten wir die Vereinbarung treffen, dass nicht-Corona-Patienten nach einem akutstationären Krankenhausaufenthalt weiterhin adäquat und zügig in die Rehabilitation übergeben werden können.

Pressemitteilung vom 23.03.2020 - Nr. 073/2020
Kreismedienzentrum wird zum Callcenter, Hotline des Gesundheitsamtes besser und länger erreichbar
 
Um die Fragen von Bürgern und Institutionen rund um das Thema Corona noch besser auf-nehmen zu können, wandelt der Landkreis Sigmaringen das Kreismedienzentrum in ein Callcenter um. „Nachdem am vergangenen Montag 1.500 Telefonate über die Hotline des Gesundheitsamtes eingingen, pendeln sich die Anrufe bei durchschnittlich 600 Anrufen pro Tag ein“, berichtet die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit Dr. Susanne Haag-Milz. „Um allen Anrufern gerecht zu werden, haben wir die Woche genutzt, um weitere Kollegen aus dem Landratsamt für die Hotline zu schulen, die nun im neu eingerichteten Callcenter im Kreismedienzentrum eingesetzt werden können“.
 
Sie zeigt sich dankbar über den Einsatz ihrer neuen Kollegen: „Es freut mich, dass wir durch die Maßnahme nun auch die Zeiten der Hotline erweitern können. Von nun an sind wir für unsere Bürger und Institutionen unter 07571 102-6466 täglich von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr zu erreichen. Es ist großartig, dass das Gesundheitsamt nun Unterstützung aus dem ganzen Haus erfährt.“
 
Dem Team im Callcenter werden Fragen aus allen Lebensbereichen gestellt. Ramona Widmann berichtet „Wir geben unser bestmögliches und versuchen, gezielt zu informieren. Viele Bürger und Institutionen zeigen sich besorgt und suchen nach Rat, wie sie sich in ihrer Situation verhalten sollen. Die Lage ist für viele Menschen beunruhigend, daher nehmen wir auch jedes Anliegen ernst“
 
Widmann sitzt seit 7 Tagen an der Hotline : „Auffällig ist, dass an Covid-19 erkrankte Personen nun vermehrt ins persönliche Umfeld der Anrufer rücken und so häuft sich beispielsweise die Frage, wie man sich verhalten soll, wenn ein Freund einer Freundin nun den Virus hat oder was zu tun ist, wenn man Kontakt zu einem an Covid-19 Erkrankten hatte. Wir klären dann entsprechend auf und erläutern, dass man aktuell davon ausgeht, dass eine Ansteckungsgefahr bereits 2 Tage vor Beginn der ersten Krankheitssymptome bestehen kann. Personen, die engen Kontakt zu Erkrankten hatten, werden direkt vom Gesundheitsamt informiert. Für Personen, die lediglich Kontakt zu nicht erkrankten Kontaktpersonen hatten, bestehen lediglich die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen.“.
 
Ulrike Thalec berichtet von weiteren häufig gestellten Fragen. „Oft bekomme ich die Frage gestellt - Ich hatte Kontakt und möchte wissen, wo ich einen Abstrich bekommen kann? – Diesen Personen antworte ich dann, dass ein Abstrich nur bei vorhandenen Symptomen erfolgt und als erstes der Hausarzt telefonisch zu kontaktieren ist. Dieser entscheidet dann über die Notwendigkeit eines Abstriches, führt diesen gleich durch oder vermittelt an ein Testzentrum.“
 
Zudem möchten die Leute oft wissen, wer ihnen den Verdienstausfall zahlt, da sie wegen der Isolation nicht arbeiten können. „Diesen Personen kann ich dann Auskunft geben, dass bei Quarantäneanordnungen für Erkrankte und Kontaktpersonen, ein Anrecht auf Lohnersatzleistung über das Infektionsschutzgesetz besteht. Dies gilt jedoch nur bei Quarantänemaßnahmen, nicht bei Empfehlungen“, so Ulrike Thalec.
 
Susanne Haag-Milz zeigt sich mit der Arbeit des Callcenter-Teams zufrieden. „Alle packen mit an, nehmen die Anrufe konzentriert auf und lassen sich auf jeden einzelnen ein. Nach dutzenden Anrufen schwirrt den Mitarbeitern verständlicherweise dann auch mal der Kopf. Deswegen sind wir trotz der Aufstockung des Personals dankbar, wenn sich Fragende zunächst auf der Homepage unter www.landkreis-sigmaringen.de/coronavirus informieren. Auf viele Fragen kann dort schon eine Antwort gefunden werden und uns bleiben mehr Ressourcen für die Beratung von Menschen im Umfeld von bestätigten Erkrankungsfällen.“
 
Haag-Milz fügt hinzu: “Sollten die Informationen auf der Homepage nicht ausreichen und alle Leitungen der Hotline belegt sein, helfen auch die zentralen Hotlines 0711 904-39555 oder 030  346 465 100 gerne weiter. Informationen für Unternehmen, Einzelhändler und Selbstständige stehen auf der Internetseite der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Sigmaringen (WIS) wirtschaftsradar.net bereit.“

Pressemitteilung vom 19.03.2020 - Nr. 067/2020
Corona Testcenter läuft gut an
Das Corona Testcenter in Hohentengen hat gestern Abend seinen Betrieb aufgenommen. Nachdem bis wenige Stunden vorher noch alles gut vorbereitet worden war, lief der Start um 18 Uhr dann reibungslos ab. Bis 21 Uhr konnten die geplanten 18 Tests durchgeführt werden. Die Untersuchten erhalten ihre Ergebnisse dann vom Gesundheitsamt. Die Verantwortlichen möchten nun mehr Tests durchführen, sobald sich die Abläufe eingespielt haben.

„Über das Wochenende bis kurz vor dem Start haben das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Feuerwehr und das THW angepackt und das Testcenter aufgebaut – alles ehrenamtlich, alles kurzfristig, alles hochprofessionell. Ich bin heilfroh, dass wir im Landkreis so engagierte Menschen haben. Ich sage von Herzen danke“, wird Landrätin Stefanie Bürkle in der Pressemitteilung des Landkreises zitiert.

„Mein Dank gilt auch den Ärzten und dem medizinischen Personal, dass nun nach Feierabend die Tests vornehmen. Der Landkreis rückt zusammen, alle packen an gegen Corona!“, so Bürkle.

Damit sich der Einsatz der Hilfsdienste, Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitsamts und des Katastrophenschutzes, die oft von morgens bis spät in die Nacht und auch am Wochenende arbeiten, auch lohnt, bittet die Landrätin die Bürgerinnen und Bürger nochmals darum, soziale Kontakte zu meiden: „Bleiben Sie zu Hause und wenn Sie raus müssen, halten Sie Abstand zu anderen Personen. Nur wenn jeder mithilft und sich einschränkt, schaffen wir es, gegen das Virus anzukommen.“

Anders wie in anderen Kreisen waren nur wenige Menschen gekommen, die sich ohne Termin des Gesundheitsamts testen lassen wollten. So konnte alles geordnet ablaufen. Wer glaubt erkrankt zu sein, solle sich zunächst an den Hausarzt wenden. Er nimmt dann Kontakt mit dem Gesundheitsamt auf, das entscheidet, ob ein Test erforderlich ist. Der Patient erhält dann einen Termin. Tests ohne Termin sind nicht möglich. Darauf hatte das Gesundheitsamt immer wieder hingewiesen. Arztpraxen und die SRH-Kliniken testen weiterhin auch selbst. Die SRH-Kliniken führen allerdings keine Abstriche mehr für Externe durch.

Im Landkreis Sigmaringen sind zum Stand 19.03. 58 Personen am Corona Virus erkrankt. Gestern waren es 48, am Dienstag 37 Personen.

Pressemitteilung vom 17.03.2020 - Nr. 064/2020

Gesundheitsamt  aufgestockt, Hilfsdienste bauen Testcenter auf: Landkreis packt an gegen Corona
Der Landkreis setzt alles daran, die weitere Verbreitung des Corona Virus einzudämmen. Regulär arbeiten 7 Ärzte, 7 medizinische Fachkräfte und 14 weitere Mitarbeiter im Gesundheitsamt. „Letzte Woche haben bereits 10 Kollegen aus anderen Fachbereichen unterstützt, im Laufe der Woche kommen nochmals 20 neue hinzu“, informiert Landrätin Stefanie Bürkle.
„Wir arbeiten 7 Tage die Woche und haben das Personal im Gesundheitsamt verdoppelt, um alle Kontaktpersonen zu identifizieren und zu beraten“, so Bürkle.

Aus Bereichen, deren Arbeit aufgeschoben werden kann, wie beispielsweise dem Kulturamt, dem Kreismedienzentrum, der Jugend- und Medienakademie werden Mitarbeiter abgezogen.

Die Zahl der eingehenden Telefonate an der Hotline des Gesundheitsamtes zeigt, vor welchen Herausforderungen die Behörde steht. Anfang März riefen noch 20 Personen pro Tag an, letzte Woche waren es im Schnitt schon 120 und am gestrigen Montag über 1500. Um die Anrufe weiter bearbeiten zu können, werden nun weitere Personen geschult und im Callcenter eingesetzt. Die Hotline ist unter 07571 102-6466 täglich von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 16:00 Uhr zu erreichen.

Dr. Susanne Haag-Milz, die Leiterin des Gesundheitsamts bittet aber alle Bürger zunächst die Informationen auf der Homepage zu prüfen und bei den zentralen Hotlines 0711 904-39555 oder 030  346 465 100 anzurufen. „Obwohl, wir immer mehr Leute einsetzen, schulen und Telefonplätze einrichten, schaffen wir es nicht, alle Anfragen zu beantworten“, sagt Haag-Milz. Die Landkreishotline sollte nicht für allgemeine Fragen genutzt werden.

„Wichtig“, so Haag-Milz: „wer glaubt infiziert zu sein, muss nach wie vor telefonisch beim Hausarzt anrufen.“

Was tun die Mitarbeiter im Gesundheitsamt aktuell konkret?

Dort laufen alle Informationen zum Corona Virus im Landkreis zusammen. Den ganzen Tag bis spät am Abend treffen Laborergebnisse ein. Bei positivem Befund wird so rasch als möglich die betroffene Person zu informiert, befragt und es werden Anweisungen zu Quarantänemaßnahmen gegeben. Es gilt, alle Kontaktpersonen zu ermitteln und abzuklären, welche Maßnahmen enge und weniger enge Kontakte einhalten müssen. „Selbstverständlich gehen wir jedem bestätigten Fall nach und sorgen für die Information und Beratung aller Kontaktpersonen“ stellt Haag-Milz klar. Angesichts der mittlerweile 37 Fälle ein enormer Aufwand – sind doch mit jedem Fall durchschnittlich circa 60 Kontaktpersonen verbunden, die angerufen werden müssen.

Eine weitere Aufgabe der zusätzlich eingesetzten Mitarbeiter ist auch die Hotline. An der Hotline werden besorgte Bürger und Institutionen beraten. Das ärztliche Personal nimmt sich der komplexen Fälle an und stimmt sich eng mit dem Landesgesundheitsamt ab. Fragen, in wie weit etwa enge Kontaktpersonen von Infizierten, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, weiterhin arbeiten können, gilt es abzuklären. Hier muss für jeden individuell eine Lösung gefunden werden.

Mit den Ärzten und der Klinik sind die Mitarbeiter in ständigem Kontakt. „Neben fachlichen medizinischen Fragen geht es oft auch darum, wer noch welche Ausrüstung benötigt und verfügbar hat.“

Mittlerweile unterstützt das gesamte Landratsamt das Gesundheitsamt. Täglich tagt der Krisenstab, in dem geprüft wird, welche Maßnahmen mit welcher Unterstützung umgesetzt werden können. Hier kommen Amtsleiter aus allen relevanten Fachbereichen zusammen.

Aktuell verdoppelt sich die Zahl der Infizierten alle zwei Tage. „Wir versuchen nun alles zu tun, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen“ stellt Landrätin Bürkle klar.

Pressemitteilung vom 17.03.2020 - Nr. 063/2020
37 Corona Fälle, Testcenter geht morgen in Betrieb

Seit Dienstag gibt es 37 Coronafälle im Landkreis Sigmaringen. Ein über 80 jähriger Patient, der an einer schweren Lungenentzündung litt, wurde gestern ins SRH-Krankenhaus Sigmaringen eingeliefert. Er verstarb dort wenig später. Bei ihm wurde auch das Corona Virus festgestellt. ktuell sind noch 219 Tests offen, das Gesundheitsamt rechnet mit weiter rapide steigenden Fallzahlen in den nächsten Tagen. Auch angesichts dieser Nachricht erneuert Landrätin Stefanie Bürkle ihren eindringlichen Appell an die Bürger, zuhause zu bleiben. „Wer trotz Quarantäne sich unter anderen Menschen aufhält, riskiert, dass das Virus an ältere und erkrankte Mitbürger weitergegeben wird. Und für diese kann es mitunter tödlich enden.“ Auch all diejenigen, die keine Quarantäne haben, bittet die Landrätin, soziale Kontakte zu meiden: „Sport in Gruppen, Treffen mit Freunden im Bauwagen, der Eisdiele oder dem Restaurant müssen nun nicht mehr zwingend sein.“

Testcenter geht morgen in Betrieb
Das Testcenter in der ehemaligen Oberschwabenkaserne in Hohentengen geht morgen Abend in Betrieb. Die Feuerwehr, das Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst haben gemeinsam die Container-Test-Station eingerichtet. Sie unterstützen nun auch beim Betrieb. Das medizinische Personal sowie der anwesende Arzt wird von der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt. „Mein Dank geht an die Hilfsorganisation und die Ärzteschaft im Kreis. Nur dank ihrer raschen Hilfe konnten wir das Testcenter nun so rasch auf die Beine stellen“, sagt Landrätin Stefanie Bürkle. Die Mitarbeiter dort arbeiten künftig tagsüber in ihren Praxen nach Feierabend in der Teststelle zusätzlich.

Die Teststelle soll zur Entlastung der Hausärzte und der Krankenhäuser dienen.
Tests sollen zunächst von 18 bis 21 Uhr durchgeführt werden.

Wichtig: getestet werden kann nur, wer einen Termin vom Gesundheitsamt erhalten hat. Wer glaubt, sich mit dem Corona Virus angesteckt zu haben, soll telefonisch Kontakt zum Hausarzt aufnehmen. Dieser prüft, ob ein Test sinnvoll ist und leitet den Namen an das Gesundheitsamt weiter. Der Patient erhält dann vom Gesundheitsamt einen Termin. Menschen, die ohne Termin die Teststelle aufsuchen, müssen abgewiesen werden.

Kfz-Zulassung nur nach Termin, aber dafür täglich bis 17 Uhr möglich

Die Zulassungsstellen in Bad Saulgau und Pfullendorf bleiben ab Morgen komplett bis voraussichtlich 19. April 2020 geschlossen. Es sind nur noch Zulassungen mit vorheriger Terminvereinbarung möglich. Termine können online vereinbart werden unter https://www.landkreis-sigmaringen.de/de/Online-Terminreservierung-KFZ-Zulassungsstelle

Um möglichst vielen Menschen einen Termin anbieten zu können wird die Zulassungsstelle von montags, dienstags, mittwochs und freitags von 7.30 – 17.00 Uhr und donnerstags von 7.30 – 18.00 Uhr  besetzt sein. Dies sind insgesamt 17,5 Stunden mehr als bisher.

Sonn- und Feiertagsbeschäftigung sowie Abweichung von täglicher Höchstarbeitszeit wird erleichtert
Wer in Bereichen arbeitet, die zur Versorgung der Bevölkerung unmittelbar notwendig sind, darf künftig zwölf statt zehn Stunden täglich arbeiten. Auch sonntags darf künftig gearbeitet werden. Dies gilt auch für die Logistik des täglichen Bedarfs sowie die für die Produktion aller Waren, die zur Bekämpfung des Corona Virus notwendig sind.

Dies hat das Landratsamt eben angeordnet, nachdem das Land alle Kreise in Baden-Württemberg dazu angehalten hatte. Zu finden ist die Anordnung auf landkreis-sigmaringen.de bei Amtliche Bekanntmachungen.


Pressemitteilung vom 16.03.2020 - Nr.062/2020

Landrätin und Bürgermeister rufen Menschen eindringlich auf, Kontakte zu meiden
Am Abend haben sich Landrätin Stefanie Bürkle und alle Bürgermeister des Kreises in einer Telefonkonferenz über die Aufgaben, die zur Bekämpfung des Corona Virus jetzt anstehen, ausgetauscht.
Stefanie Bürkle ruft alle Bürger des Kreises zur Mithilfe auf: „Jetzt kommt es auf jeden an. Wir alle müssen uns disziplinieren und soziale Kontakte einschränken, wo immer es geht. „Zu Hause bleiben“ heißt auch tatsächlich zu Hause zu bleiben und Ansammlungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen z.B. auf Spiel- und Bolzplätzen zu vermeiden. Wenn Trauungen nur noch mit fünf Personen stattfinden können und Beerdigungen im engsten Familienkreis, dann wird deutlich, wie ernst die Lage ist. Alle Kultureinrichtungen, Bildungseinrichtungen, Bäder, Sportstätten, Vereinsräume und Vergnügungsstätten sind durch die Verordnung des Landes nun geschlossen. „Und auch Restaurantbesuche unterliegen nun strengeren Auflagen“, so Bürkle. 
„Bei aller Einschränkung sollten wir dabei aber nicht die Hilfe für ältere oder kranke Personen vergessen, die dringend auf Freunde, Familie oder Nachbarn angewiesen sind. Ihnen das zum Leben Notwendige mitbringen, sich mit Ihnen am Telefon austauschen, das ist das, was jeder von uns jetzt tun kann“, so Bürkle weiter. 

Bürgermeister Jochen Spieß berichtet, dass sich die Bürgermeister kurzfristig bereits am Samstagmorgen getroffen hatten, um abzustimmen, inwieweit öffentliche Einrichtungen der Gemeinden geschlossen werden müssen und wie eine Notfallbetreuung für Kinder zu organisieren ist. „Unser Ziel ist schneller zu sein als das Virus. Die Maßnahmen müssen frühzeitig und in Summe wirken. Nur durch entschlossenes Handeln schaffen wir es, die Verbreitung zu bremsen“, so Spieß. Dankbar ist Jochen Spieß, der Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz im Kreis Sigmaringen ist, den Vereinen, Kirchen und Initiativen: „Fast alle haben ihre Aktivitäten auf Null heruntergefahren. Und null heißt: Auch kein Fußballtraining und kein Lauftreff an der frischen Luft. Das zeigt: Wir sind bereit, Einschnitte im Alltag zu akzeptieren und konsequent zu handeln. Hierüber bin ich wirklich erleichtert.“

Froh sind die Landrätin und die Bürgermeister auch, dass das Land im Zuge einer Eilverordnung Veranstaltungen über 100 Personen und den Zugang zu Krankenhäusern und Pflegeheimen verboten hat. „Das hätten wir sonst heute auch für den Landkreis selbst so geregelt“, sagt Bürkle. Allgemeinverfügungen hierfür sind nun aber nicht mehr notwendig.

Pressemitteilung vom 11.03.2020
Gesundheitsamt präzisiert Hinweise für Veranstalter

Angesichts der voranschreitenden Ausbreitung des Corona Virus stehen viele Veranstalter vor der Frage, ob ihre Veranstaltung noch wie geplant stattfinden kann. Das Gesundheitsamt möchte eine Orientierung geben, welche Punkte zu bedenken sind. Seit Dienstag gibt es eine Vorgabe des Sozialministeriums, Veranstaltungen ab einer Größe von mehr als 1000 Personen abzusagen. Bei kleineren Veranstaltungen muss jeder Veranstalter selbst entscheiden, ob er die Veranstaltung durchführen möchte.

Zur Einschätzung können sich die Veranstalter an der Checkliste des Robert-Koch-Instituts orientieren. Die Liste ist auch unter landkreis-sigmaringen.de/coronavirus zu finden. „Die dort angegebenen Kriterien ermöglichen ein rationales Vorgehen“, so Haag-Milz.

Die Veranstalter sollen folgende Punkte bedenken:

•    wie viele Teilnehmer werden erwartet? wie eng sind die Teilnehmer in Kontakt?
•    sind Teilnehmer dabei, die in Risikogebieten waren? Kann dies ausgeschlossen werden?
•    nehmen ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen teil? Kann dies ggf. ausgeschlossen werden?
•    nehmen Personen mit Atemwegserkrankungen teil? Kann dies ggf. ausgeschlossen werden?
•    wie lange dauert die Veranstaltung?
•    findet die Veranstaltung im Freien statt oder in einem schlecht belüfteten Raum?
•    können Handwaschgelegenheiten zur Verfügung gestellt werden?
•    kann man nachverfolgen, wer an der Veranstaltung teilgenommen hat?

Schlussendlich sollte sich jeder Veranstalter fragen, ob die Veranstaltung zwingend jetzt stattfinden muss oder ob sie zeitlich verschoben werden kann.

Sinn und Zweck von Absagen von Veranstaltungen ist es, die gesundheitlich Schwächsten in unserer Gesellschaft zu schützen, wie z.B. ältere, immungeschwächte oder chronisch kranke Menschen. Diese Menschen gilt es besonders zu schützen.

Findet die Veranstaltung an der frischen Luft statt und die Teilnehmer haben keinen engen Kontakt von mehreren Minuten, schmälert dies die Ansteckungsgefahr merklich. Personen, die sich in ausgewiesenen Risikogebieten aufgehalten haben oder Kontakt mit einem an COVID-19 Erkrankten hatten, sollten die Veranstaltung jedenfalls nicht besuchen.

Wichtig ist: Die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts und der Gesundheitsbehörden täglich ändern könne. Aktuell haben wir noch wenige Fälle im Landkreis. Man muss nach wie vor nicht von einer ungehinderten Verbreitung des Virus in der Bevölkerung ausgehen. Die Beurteilung kann sich rasch ändern, wenn eine größere Anzahl an Erkrankungen auftritt. Die Entscheidung, ob eine Veranstaltung wie geplant stattfindet, ist letztendlich vom Veranstalter zu treffen.

Aufruf bleibt zuhause LK Sigmaringen.pdf